Sonntag, Februar 06, 2005

Geschichte der Indianer

Geschichte nach Ankunft der Europäer
Hochumstritten ist, wie groß die Bevölkerung Amerikas vor Ankunft der Europäer war. Bevölkerungsschätzungen erfolgten oft erst, nachdem große Teile von regionalen Bevölkerungen bereits durch eingeschleppte Krankheiten, Vernichtungskriege und quasi Sklavenarbeit vernichtet worden waren. Viele Völker verschwanden nach 1492 durch eingeschleppte Seuchen, ohne dass ein Europäer sie überhaupt zu Gesicht bekommen hatte.

Erster Einfluss der Weißen

Neue Waffen

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Tauschhandel mit Indianern, Kupferstich, 17. Jahrhundert

Die europäischen Einwanderer brachten nach 1492 verschiedene Kulturgüter mit sich, die das Leben der Indianer nachhaltig veränderte. Die Anwendung von Metallspitzen auf Speeren und Pfeilen führte zu ersten Kräfteverschiebungen unter den indianischen Nationen. Früher hatten sie Steinspitzen aus Granit oder andere harte Steine gebaut. Regelrechte Völkerwanderungen wurden jedoch durch die ungleichmäßige Einführung von Feuerwaffen entlang der nordamerikanischen Ostküste und von der Hudson Bay aus ausgelöst. Stämme, die zuerst Feuerwaffen erhielten, konnten benachbarte Stämme oft völlig aus ihren angestammten Gebieten vertreiben, was zu regelrechten Domino-Effekten führte. Später berühmt gewordene Stämme wie die Sioux oder die Cheyenne waren ursprünglich sesshafte Bewohner des östlichen Waldlandes, bevor mit Feuerwaffen ausgestattete Nachbarn sie verdrängten. Solange Vorderlader verwendet wurden, hatten Feuerwaffen vor allem einen psychologischen Vorteil und eine größere Reichweite als Pfeil und Bogen, waren jedoch Pfeil und Bogen in Punkto Feuergeschwindigkeit stark unterlegen.
Noch 1866 erlangten größtenteils mit Pfeil und Bogen bewaffnete Sioux und Cheyenne entscheidende Siege gegen US-Truppen. Bereits im Folgejahr, als die US-Armee mit Repetiergewehren ausgestattet war, änderte sich dies schlagartig. Dem rücksichtslosen Einsatz von industriellen Tötungsmitteln gegen Männer, Frauen und Kinder wie Gebirgshaubitzen, Hotchkiss-Schnellfeuerkanonen, die 100 Schuss pro Minute abfeuerten, sowie Gatling-Kanonen, einer frühen Form des Maschinengewehrs, hatten die Indianer nichts entgegenzusetzen.

Pferde


Die Spanier führten Pferde mit sich, die sich rasch in Nordamerika verbreiteten und von vielen Indianervölkern in ihre Kultur integriert wurden. Besonders für die nomadischen Völker der Plains wurden die Pferde zu einem zentralen Gut. Sie konnten die Travois und damit auch die Tipis der Prärieindianer erheblich vergrößern, waren mobiler und konnten sich in Gegenden ausbreiten, die früher unbewohnbar waren. So wurde ein großer Teil der Plains, das karge Grasland, erst nach Einführung des Pferdes besiedelt. Diese machten die vorher sehr mühsame Jagd auf die dort lebenden Bisons wesentlich einfacher. Ehemals kleine und schwache Stämme wie die Sioux oder Cheyenne wurden zu einem erheblichen Machtfaktor im Mittleren Westen. (Quelle: Wikipedia/http://aoethree.blogspot.com)